2009-04-15 - EU exportiert mehr Weizen
Quelle DLG
Der Export von EU-Weizen kommt immer besser in Schwung. Das US-Agrarressort hat deshalb seine Prognose für Drittlandslieferungen der 27 Gemeinschaftsstaaten um 1,5 Mio t auf 21,0 Mio t nach oben gesetzt. Angesichts der weit fortgeschrittenen Saison ist dies eine ungewöhnlich starke Korrektur.
Nach Angaben des Brüsseler Verwaltungsausschusses summieren sich die EU-Weizenexporte in den ersten neuen Monaten des laufenden Getreidejahres auf 16,7 Mio t, wovon 4,3 Mio t auf Deutschland und 5,8 Mio t auf Frankreich entfallen. Der Iran hat kürzlich auf einen Schlag 500 000 t EU-Weizen für 150 Euro/t fob geordert, die im Frühsommer ausgeliefert werden sollen. Zusätzlichen Importbedarf haben auch nordafrikanische Länder wie Ägypten, Libyen und Tunesien angemeldet. Konkurrenz für die europäischen Handelshäuser auf den Exportmärkten kommt vor allem aus dem Schwarzmeerraum, denn Länder wie Russland und die Ukraine drücken ihren Weizen aus der Ernte 2008 zu Dumpingpreisen auf den Markt.
Konsequenterweise hat das US-Agrarressort seine Exportprognose für die Ukraine jetzt um 1,0 Mio t auf 11,0 Mio t und für Russland um 500 000 t auf 16,5 Mio t nach oben korrigiert. Dagegen wird amerikanischer Weizen kaum noch gehandelt. Einerseits haben die US-Exporteure bereits mehr als 90 % der von Washington für 2008/09 vorhergesagten 26,5 Mio t in den Büchern. Zudem ist amerikanischer Weizen im internationalen Vergleich schon seit Monaten zu teuer. Der an der Terminbörse von Chicago gehandelte Futterweizen kostete kurz vor den Osterfeiertagen 5,40 $/bu (149,65 Euro/t). Für den in Kansas City gelisteten Brotweizen mussten 5,80 $/bu (160,74 Euro/t) angelegt werden. Zum Vergleich: Matif-Mahlweizen ist mit 137,0 Euro/t in die Osterfeiertage gegangen.
